Systematische Vorauswahl und offene Vorinformation sind die Grundlage für ein den wirtschaftlichen und persönlichen Erfolg im AC.
Nutzen
Vorauswahl und Vorbereitung sind wesentliche Einflussfaktoren auf die Akzeptanz eines AC bei allen Beteiligten. Deshalb müssen die Auswahlkriterien zur AC-Teilnahme bereits im Vorfeld offen kommuniziert und stringent für alle Personen angewendet werden. Potenzielle Teilnehmende müssen über das Grundziel, den Ablauf und die Chancen / Risiken des Verfahrens aufgeklärt werden, um danach eine fundierte Entscheidung zur (Nicht-)Teilnahme zu ermöglichen. Zusätzliche Informationen zu den einzelnen Übungen sowie zu sinnvollen Vorbereitungsstrategien werden gegeben, um unterschiedliche Wissenshintergründe zwischen den Teilnehmenden auszugleichen und das Sammeln von Erfahrungen mit der AC-Situation zu ermöglichen. Alle Massnahmen dienen auch dazu, die Verliererproblematik zu reduzieren.
Umsetzung
- Die Teilnahme kann an formale, im Sinne der Eignungsdiagnostik möglichstsinnvolle Kriterien gebunden werden (z.B. vorher zu durchlaufende
Arbeitspositionen, vorher zu absolvierende Vorbereitungsseminare usw.). - Als Vorauswahlverfahren bieten sich prinzipiell alle fundierten
eignungsdiagnostischen Ansätze (Testverfahren, Vorinterviews usw.) an, jedoch
nur, wenn sie einen Bezug zu den ermittelten Anforderungen der Zielfunktion
aufweisen. - An einem AC nehmen nur Kandidaten mit realistischen Erfolgsaussichten teil.
- Die Vorinformation der Teilnehmenden erfolgt am besten standardisiert, z.B. mit Hilfe schriftlicher Unterlagen, um den gleichen Informationsstand für alle Teilnehmenden zu gewährleisten.
- Die Vorbereitung auf das AC wird möglichst durch den jeweiligen Vorgesetzten unterstützt. Sie beinhaltet kompetenzorientiertes Coaching (beispielsweise in der Präsentationstechnik) und grenzt sich deutlich von Täuschungs-strategien (Einstudieren von fixem Rollenverhalten) ab.
Verstösse
- Die Vorauswahl erfolgt willkürlich und ohne System.
- Die Nominierung durch den Vorgesetzten hält sich nicht an die vorgegebenen Kriterien (z.B. Wegloben unliebsamer Mitarbeiter, gezielte Nicht-Nominierung besonders leistungsfähiger Mitarbeiter, Nominierung der besten Fachkräfte für Führungspositionen usw.).
- Die Vorgesetzten nominieren ihre Mitarbeitenden nur deshalb für das AC, um eigene Rückmeldungen zu deren Schwächen zu umgehen.
- Selbstnominierte Teilnehmende erhalten keine Vorbereitung und sind somit im Nachteil gegenüber den übrigen Teilnehmenden.
- Es werden keine oder falsche Informationen zum Ziel (z.B. Auswahl- statt vorgeblichem Entwicklungs-AC) oder zu den Chancen und Risiken der Teilnahme (z.B. Auswirkungen des AC-Resultats auf die Karriereentwicklung) gegeben.
- Zu den einzelnen Übungen werden keine klaren Zielvorgaben gegeben oder die Beobachtungskategorien werden verschwiegen.
Alle Inhalte
- Vorbemerkung
- Ziele der Standards
- Aufbau der Standards
- Standard 1: Auftragsklärung und Vernetzung
- Standard 2: Arbeits- und Anforderungsanalyse
- Standard 3: Übungskonstruktion
- Standard 4: Beobachtung und Bewertung
- Standard 5: Beobachtende auswählen und vorbereiten
- Standard 6: Vorauswahl und Vorbereitung der potenziellen Teilnehmenden
- Standard 7: Vorbereitung und Durchführung
- Standard 8: Feedback und Folgemassnahmen
- Standard 9: Evaluation